Sonntag, 23.Juni 2019 – 16:00 - 18:00 Uhr
Carl-Loewe-Haus, Kirchhof 2, Wettin-Löbejün

Konzert - 9.Musikfest Unerhörtes Mitteldeutschland

„Unerhörte Raritäten - gespielt, gesungen, gesprochen“
Jale Papila (Alt)
Justus Zeyen (Klavier)
Cord Garben (Moderation und Rezitation)

Es wurden Werke von Johann Friedrich La Trobe, Clara Schumann, Richard Wagner, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Berhard Stavenhagen, Halfdan Kjerufl, Carl Andreas Goepfart, Friedrich Nietzsche und natürlich von Carl Loewe (Bothwell-Marsch) zu Gehör gebracht.

Weltstars im Carl-Loewe-Haus

Kein anderer vermag es, noch 150 Jahre nach seinem Tod die Türen des Städtchens Löbejün zur Welt hin so weit zu öffnen, wie Carl Loewe.

Im Rahmen des Ende Juni stattfindenden 9. Musikfestes „Unerhörtes Mitteldeutschland“ lud die Straße der Musik e.V. in Zusammenarbeit mit der Internationalen Carl-Loewe-Gesellschaft am 23. Juni 2019 zu einem Konzert in den Kammermusiksaal des Carl-Loewe-Hauses ein. Komponisten, die längere Zeit in Mitteldeutschland gelebt und gewirkt haben und zum Teil schon in Vergessenheit geraten sind oder kaum noch aufgeführt werden, kommen im Rahmen dieses besonderen Musikereignisses zu Gehör.

Cord Garben, siebenfacher Grammy-Preisträger und Schirmherr des Musikfestes 2019, ließ es sich nicht nehmen, selbst nach Löbejün zu kommen, um das Konzert am Sonntagnachmittag charmant, sachkundig und humorvoll zu moderieren. Mit ihm gekommen waren die Sängerin Jale Papila und der Pianist Justus Zeyen. Präsident Andreas Porsche wies in seiner Eröffnung zu Recht darauf hin, dass Weltstars zu diesem Konzert den Weg nach Löbejün gefunden hätten.

Jale Papila studierte Gesang in Dresden und belegte Meisterkurse u.a. bei Peter Schreier und Brigitte Fassbaender. In Konzerten trat sie mit solch renommierten Orchestern wie der Dresdener Philharmonie und der Sächsischen Staatskapelle auf. Sendeanstalten wie MDR, NDR, Radio Bremen und BBC London strahlten Konzerte von ihr aus. Seit 2015 arbeitet sie auch pädagogisch für die Deutsche Stimmklinik in Hamburg.

Justus Zeyen, in jungen Jahren selbst Schüler von Cord Garben am Klavier, kann auf eine Vielzahl von Konzerten als Solist und Kammermusiker zurückblicken, hat sich aber vor allem als Liedpianist einen Namen gemacht. Als langjähriger musikalischer Wegbegleiter von Thomas Quasthoff überzeugte er auf den Bühnen der Welt von Berlin über Wien bis nach New York. Zugleich ist er Dozent an der Musikhochschule Hannover.

 

Das musikalische Programm, das den Besucherinnen und Besuchern im gut besetzten Kammermusiksaal des Carl-Loewe-Hauses zu Gehör gebracht wurde, reichte vom Barock mit Johann Christoph Bach, einem weitläufigen Verwandten Joh. Sebastian Bachs, bis zu dem Philosophen Friedrich Nietzsche, der als Autodidakt auch einige Kompositionen schrieb. In diesem ausgesprochen kurzweiligen und brillant dargebotenen Konzert waren auch Clara Schumann und Richard Wagner, Mendelssohn Bartholdy und kaum noch bekannte Komponisten wie Bernhard Stavenhagen oder Carl Andreas Goepfart zu hören. Und selbstverständlich durfte Carl Loewe nicht fehlen. Justus Zeyen brillierte mit dem Bothwell-Marsch am Flügel.

Einer der musikalischen Höhepunkte waren die 12 Variationen in e-Moll von Johann Friedrich La Trobe, Mediziner, Komponist und Musiklehrer, der nicht unwesentlich dazu beitrug, dass sich seine künstlerischen Freunde Johann Wolfgang v. Goethe und Karl Friedrich Zelter kennen und schätzen lernten. Ein unerwarteter Höhepunkt war der „Schlussakkord“ des Programms. Ein Klavierstück Friedrich Nietzsches, in dem er das Eichendorff-Gedicht „Das zerbrochene Ringlein“ vertonte. Der Text wurde als Melodram von Cord Garben selbst vorgetragen.

 

Altistin Jale Papila, Pianist Justus Zeyen, Moderator Cord Garben

Kräftiger und lang anhaltender Beifall brachte am Schluss zum Ausdruck, dass im Carl-Loewe-Haus kurz nach den diesjährigen Festtagen schon wieder ein musikalisches Highlight zu erleben war. Die Künstler hatten keine andere Wahl, als ihrerseits darauf mit einem Lied von Johannes Brahms als Zugabe zu antworten.

Mit unter den Gästen war auch Musikwissenschaftlerin Dr. Hanna John, die als Mitglied des Vorstandes des Vereins „Straße der Musik“ maßgeblichen Anteil an der Vorbereitung und Organisation des 9. Musikfestes „Unerhörtes Mitteldeutschland“ 2019 hatte.

Eine Führung durch den Präsidenten der ICLG durch das Carl-Loewe-Museum mit den beiden Sonderausstellungen zu den 7. Carl-Loewe-Festtagen (Ostern 2019) vor dem Konzert wurde von zahlreichen Besucher/innen mit Interesse wahrgenommen.